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Fünfzehn Jahre Barátság Im Dienste des interkulturellen Dialogs in Ungarn

Die Zeitschrift „Barátság” (Freundschaft) ist eine Kulturzeitschrift der nationalen und ethnischen Minderheiten in Ungarn. Seit 15 Jahren steht sie im Dienste dieser Minderheiten und ist ein Dialogforum, sie dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Im Deák-Saal der Stiftung für Ungarische Kultur in der Ofner Festung fand am 24. April im Zeichen des Jubiläums der Barátság-Nachmittag statt. Chefredakteurin Eva Mayer begrüßte die Gäste: Festredner, Leser und den Freundeskreis. Erika Németh, Hauptdirektorin der Hauptabteilung für Nationale und Ethnische Minderheiten im Ministerpräsidentenamt und Schirmherrin des Barátság-Nachmittags, bezeichnete in ihrem Grußwort die Zeitschrift als Trägerin eines besonderen Wertsystems. Sie stehe im Zeichen der gegenseitigen Schätzung im Dienste der Minderheiten und sei dadurch wertbewahrend und sogleich werteschaffend.
László Szarka, Direktor des Instituts für Ethnisch-Nationale Minderheitenforschung an der Akademie der Wissenschaften Ungarns, sprach auch Worte des Dankes aus und wies auf die wichtige Kommunikationsrolle der Zeitschrift hin, „sie veranschaulicht durch Gruppeninteressen die Heimat”. Diese Aufgabe komme auch den Autoren und Journalisten zu, die Zeitschrift würde einen großen Autorenkreis und ein umfangreiches Team verdienen. Drei Stützpfeiler der Zeitschrift seien nach Szarka: die Arbeit der Gemeinschaftsförderung, die lebenserhaltende Funktion der Traditionspflege und die Brückenfunktion der Minderheiten zwischen Nationalstaat und Vaterland. Dr. Gábor Koncz, Direktor der Ungarischen Kulturstiftung, deutete auf seine persönlichen Kontakte mit Angehörigen der Minderheiten hin und wählte als Leitfaden seiner Rede Kazinczys Zitat „Gutes und gut”, das auch als Leitmotiv der Zeitschrift Barátság charakteristisch sei.
Gábor Murányi, Erbe des schriftstellerischen Nachlasses von Mária Ember, Begründerin der Zeitschrift Barátság, hat durch Briefzitate und persönliche Begegnungen die Persönlichkeit Mária Embers umrissen. Seine fiktiven Briefe an Mária Ember sind auch fortlaufend in der Zeitschrift Barátság zu lesen, ein unveröffentlichter Text Embers erscheint in Fortsetzungen. Murányi sprach auch darüber, daß er bei der Gründung der Zeitschrift Mária Ember von der Titelwahl abbringen wollte, da bei diesem Titel sehr viele Assoziationen aufkommen könnten. Sie hätte jedoch auf „Barátság” bestanden und gesagt, daß man den Worten ihre ursprüngliche Bedeutung zurückgeben müsse. Viktória Kishegyi, Referentin bei der Parlamentspräsidentin, überreichte anläßlich des Jubiläums eine Gedenkmedaille.
Im zweiten Teil des Barátság-Nachmittags haben Autoren gelesen, deren Texte auch in der Zeitschrift fortlaufend erscheinen: Mónika Kalányos, Márk Dékity, Gregor Papucsek, Péter Milosevics, Koloman Brenner und Angela Korb. Péter Milosevics, der von Anfang an in der Zeitschrift publiziert, las einen ironischen Text über die Arbeit der serbischen Minderheitenselbstverwaltung in Sankt-Andrä, die anderen Autoren boten lyrische Texte. Für die musikalische Untermalung sorgten das Geiger-Maros-Duo (Trompete und Harfe), die griechische Formation „Zeys und seine Freunde” sowie Lajos Kathy Horváth.
Der amüsante Nachmittag war ein Spiegel der kulturellen Vielfalt und Buntheit der hiesigen nationalen und ethnischen Minderheiten. Viele Referenten des Nachmittags konnten das feste Publikum der seit 15 Jahren bestehenden Zeitschrift ruhigen Gewissens als Barátság-Freundeskreis bezeichnen, der an Kulturverständigung und Dialog interessiert ist.

angie

NZ 18/2009

Foto: László Bajtai