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Vernissage: 22. September, 18.00 Uhr
Galerie Sigil, 2626 Nagymaros, Magyar u. 2.


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ZeiTräume - ein erlesenes VUdAK-Album



Neuerscheinung: Wittmann-Lebenswerkband "Schwarze Wolken"


Neuerscheinung: Schwarz-Szily-Wagner-Katalog "Seelenwelten"

Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler

„Geplanter Zufall“
Zur Finissage der Adam-Misch-Werkschau
Januar 2013
Die zur Finissage des Gründungsvorsitzenden der Künstlersektion des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler eingetroffenen Gäste erwartete ein monumentaler Anblick, denn das wunderbar renovierte stattliche Gebäude der Laffert-Kurie in Harast/Dunaharaszti beherbergt das Atelier 1. Wenn der Besucher die Treppen zum Dachboden erklommen hat, wo das schön gestaltete Atelier eingerichtet ist, werden schon die ersten Misch-Werke sichtbar. Die repräsentative Werkschau in ihrer breitgefächerten Pracht erschließt sich den Augen der Kunstliebhaber dann voll im geräumigen Dachgeschoss des Ateliers.
Er war aus vielerlei Hinsicht ein „Sonderling“, sagte in der familiären Runde der Tischgesellschaft der Finnisage-Besucher am 25. Jänner Ildikó Misch, die Tochter des aus Schorokschar stammenden abstrakten Malers, der Geburtshelfer des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK) war und bei der Taufe als Pate fungierte. Er hatte auch Zeichen gesetzt bei der Gründung der Künstlersektion im Verband der Ungarndeutschen 1982. „Bei einer Ausstellung in Fünfkirchen ‚outeten’ sich die drei ungarndeutschen Maler aus Schorokschar, Adam Misch, Antal Lux und Josef Bartl“ – schreibt Johann Schuth, erster Vorsitzender des VUdAK, in seiner Einführung im ZeiTräume-Album (2010). Die drei Schorokscharer Maler verband eine enge Freundschaft miteinander, Antal Lux lebte allerdings ab 1956 in Deutschland. Im repräsentativen Misch-Album, 1998 beim Verlag Südostdeutsches Kulturwerk erschienen, formuliert Schuth: „Ich freute mich, weil der Weg der ‚drei Soroksárer Künstler’ Bartl, Lux, Misch, die später zu einem Begriff wurden, in paralleler Richtung lief.“ Ildikó Misch sprach bei der Finnisage über die Abneigung ihres Vaters gegenüber der Farbe Grün, die er sehr selten benutzte. Damals wären alle Zäune in Schorokschar grün gestrichen gewesen, nur der Zaun der Familie Misch strahlte im sonnengetränkten Gelb (erzählt Antal Lux im Misch-Album). Doch ein schrecklicher Vorortbahn-Unfall, bei dem Adam Misch vor Ort war, da er auf dem Weg zu seinem Unterricht (als Lehrer) nach Tschepele eilte, änderte diese Einstellung, und kurz darauf entstand eine aus drei Gemälden bestehende Reihe, die das Unglück zum Thema hatte.
Abstrakt sei bei Adam Misch ein „kalkulierter, geplanter Zufall“ gewesen, was die Gestaltung der Werke betreffe. Wie Kunsthistorikerin Borbála Cseh formuliert, „sein Werk (...) gibt ein Beispiel für immer“ (ZeiTräume-Album) und setzt ein Zeichen nicht nur in der ungarndeutschen Kunstszene. „Ich glaube nicht, dass er je bewusst ‚lyrischen Expressionismus’ oder ‚expressive Lyrik’ schaffen wollte. Seine Absicht war es, die Ideen, die Gefühle darzustellen um jeden Preis und mit allen von der Natur gegebenen Mitteln“ – erinnert sich Antal Lux (Misch-Album).
1995 kam es zum plötzlichen Tod: „Ende Januar 1995 drehte ich einen Film in Agram/Zagreb. Ich bat Adam, mich zu begleiten. Wegen seiner Budapester Ausstellung konnte er nicht kommen. In der Nacht vom 2. Februar träumte ich von Adam. Wir schwebten in einem Korb im Weltall. Adam stieg aus dem Korb aus (...)“ – so der Weggefährte Antal Lux. Aber Adam Mischs Erbe lebt durch seine Bilder weiter, wie Kunsthistoriker Tibor Wehner betont: „Die letzten Arbeiten von Adam Misch betrachtend, im Reich der unbegrenzt ausgebreiteten malerischen Freiheit herumschweifend, kann konstatiert werden, dass die Kompositionen sich von jeglichem Gegenstand, von jeder identifizierbaren, konkreten Erscheinung, von jedem konventionellen Zeichen trennen. Die Bilder bauen eine Welt mit eigenen Gesetzen, sie schöpfen neue Wirklichkeit. (...) Die Misch-Bilder sind mediative Hinausprojizierungen und Fixierungen von Stimmungen, Vorahnungen, Seelenzuständen und Eindrücken, wo die Ruhe immer gestört wird, wo die Harmonie-Sehnsucht durch irgendein unerwartetes Bildereignis zertrümmert wird, dessen Rahmen und Dimensionen mit nie nachlassenden Spannungen durchwebt sind.“

A. K.

NZ 5/2013

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