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Aufzeichnungen einer Deutschlehrerin
Ein Samstagvormittag im Goethe-Institut – Eindrücke und Gedanken
Dezember 2012
Es war höchste Zeit, diese Veranstaltung abzuhalten, dachte ich, als ich erfuhr, dass am 8. Dezember im Budapester Goethe-Institut der literarische Fortbildungstag im Themenbereich „Der gegenwärtige Stand der ungarndeutschen Literatur, Entwicklungstendenzen auf diesem Gebiet“ stattfinden würde. Über das ausführliche Programm an diesem Vormittag wurde schon in der Beilage „Signale“ berichtet. Als Deutsch- und Ungarischlehrerin, die mehrere Jahrzehnte permanent an Gymnasien arbeitete, möchte ich eher über ein paar Eindrücke schreiben, die mich seit langem beschäftigen oder mir einfach Freude bereiteten (und ich meine, das ist am schönsten!).
Freude bereitete mir schon die Initiative des Goethe-Instituts und des Bildungsausschusses der LdU, die Aufmerksamkeit der DeutschlehrerInnen auf die Bedeutung der außerordentlich begabten ungarndeutschen Schriftsteller und Dichter zu lenken, einige von ihren Werken zu präsentieren, ihre Prosastücke und Gedichte von Literaturhistorikern und -lehrern würdigen zu lassen, über die Werke in Lehrerkreisen zu diskutieren. Zum Erfolg trug wesentlich der inhalts-, und gefühlsreiche schwungvolle Vortrag des Literaturwissenschaftlers Dr. Dezső Szabó bei. Während ich die Gedichte und Prosastücke hörte, dachte ich an zwei auch von mir hochgeschätzte ungarndeutsche Persönlichkeiten. Der eine ist Johann Schuth, Gründer und zugleich der Erste Vorsitzende des VUdAK. Schuth war Mitbegründer des Verbandes vor 20 Jahren und arbeitet seit 42 Jahren in seinem charakteristischen „stillen Stil“ für das Ungarndeutschtum, tief verpflichtet, ausdauernd, unermüdlich und sehr erfolgreich.
Die zweite (aus Willand gekommene) Persönlichkeit heißt Josef Michaelis, der zugleich für mich auch ein Deutschlehrerkollege ist. Ihn habe ich persönlich hier im Institut zum ersten Male gesehen, auf dem Podium sprechen gehört. In der Pause konnte ich ihn auch ein bisschen kennenlernen. Durch seine zwei Bände (Zauberhut und Treibsand) habe ich J. Michaelis eigentlich seit langem gekannt. Zauberhut entdeckte ich bereits Mitte der neunziger Jahre und seine großartigen Kindergedichte benutzte ich als „ungarnstämmige“ Lehrerin beim Unterricht mit großer Begeisterung in meinem (kein Nationalitäten-) Gymnasium. Der Treibsand-Band berührte tief mein „ungarisches“ Herz. Ich hoffe, das klingt nicht sentimental. In dieser Frage stärkt mich vielleicht das Vorwort zum Märchen- und Sagenbuch von J. Michaelis „Der verlorene Schatz“, in dem der Verfasser Dr. Dezső Szabó Johann Wolfart zitiert: „Märchen werden nicht mit dem Kopf, wohl aber mit dem Herzen verstanden“. Wie schön haben es die Kinder, deren Lehrer für sie so ausgezeichnete Gedichte schreibt – dachte ich etwa vor siebzehn Jahren, als ich die Zauberhut-Gedichte zum ersten Mal zu lesen begann.
Was Josef Michaelis als praktizierender Lehrer über die Wichtigkeit und die Bedeutung des je früheren Deutschunterrichts in den Nationalitätenschulen (d. h. in der Unterstufe), über die Schwierigkeiten der Einsprachigkeit bei der Aneignung der deutschen Sprache und über die noch nicht richtig entdeckten Werte der NZ-Junior-Seiten im Deutschunterricht sagte (ich möchte hinzufügen: vom etwa 8. bis zum 18. Lebensjahr enthalten die vier inhalts- und lehrreichen Seiten außerordentlich wertvolle Materialien), hat mich äußerst gefangen. Wir (J. Michaelis und ich) waren uns in diesen Problemkreisen ganz einig. Ich bin froh, dass ich bei dieser Veranstaltung einen hochbegabten, gefühlvollen Dichter, einen ausgezeichneten Deutschlehrer, einen seinen Wurzeln treuen, von seinen Schülern geschätzten Pädagogen, einen gewissenhaften (stellvertretenden) Schulleiter kennenlernen konnte.
Zum Schluss sei auch von mir dem Goethe-Institut für die Gastfreundlichkeit gedankt, hervorgehoben für die gewissenhafte Vorbereitungsarbeit und Herzlichkeit der Mitarbeiterin Piroska Hullán, die mir als „Spät-Anmelderin“ ermöglichte, an dieser wertvollen Fortbildung als Hörerin teilzunehmen.
Sarolta Györffy

NZ 51-52/2012

michalelis
Josef Michaelis

Robert Becker
Robert Becker

goethe
Teilnehmer der Literaturfortbildung


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