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Ungarisch fortsetzen?
Napút-Präsentation im Haus der Ungarndeutschen
08.10.2008
Als Meilenstein im Leben der ungarndeutschen Literatur bezeichnete András F. Balogh (Germanistisches Institut ELTE, Budapest) das Erscheinen der Nummer 5/2008 der ungarischen Zeitschrift Napút, welche das Ungarndeutschtum thematisiert. Balogh begründete seine Aussage damit, daß nun durch die Drucklegung ungarischer Übersetzungen von Texten ungarndeutscher Autoren auch ein ungarischsprachiges Lesepublikum erreicht werden könne. „Je mehr sich die junge ungarndeutsche Literatur selbst als Nationalitätenliteratur einfügt, umso bedeutender wird ihr Platz innerhalb der ungarischen Nationalliteratur sein, zu der sie gegenwärtig schon einen Beitrag leistet. Überwindet sie also die engen Grenzen ihrer heutigen Wirksamkeit, stellt sie auch den Anspruch, übersetzt, um von anderen Lesern angenommen zu werden ...", schrieb Helmut Rudolf 1979 in einem wissenschaftlichen Beitrag.
Und ob in Ungarisch fortgesetzt werden müsse, blieb eine rhetorische Frage, erfreulicherweise lief die Veranstaltung in deutscher Sprache. Napút-Redakteur Ferenc Vincze bezeichnete die ungarndeutsche Nummer als erfolgreich, da sehr viele Exemplare verkauft wurden. Obwohl in der Ausgabe ein Querschnitt des kulturellen Lebens geboten und die Lage der deutschen Minderheit in Ungarn aufgegriffen werden, wurde bei der Präsentation im Budapester Haus der Ungarndeutschen am 8. Oktober nur Literarisches angeboten. Diskutiert wurde jedoch rundherum um den ganzen Band. Vincze erklärte, daß die Zeitschrift schon in mehreren Nummern Minderheiten aus Ungarn thematisierte, die ungarndeutsche Ausgabe stand schon länger auf dem Plan. Stefan Valentin und Angela Korb lasen zwischendurch Texte, zuerst in Ungarisch, am Ende deutsch. Klassische Musik diente als musikalische Umrahmung.
Diskutiert wurde über den Begriff ungarndeutsche Literatur und die dafür verwendbare Sprache, wodurch sich die im Titel vorgegebene Fragestellung einfach erledigt hat: „Ungarndeutsche Literatur ist eine in deutscher Sprache in Ungarn entstandene Literatur" - erklärte im Endergebnis Johann Schuth, 1. Vorsitzender des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler, womit letztendlich nicht alle Teilnehmer des Abends einverstanden waren. Im Band sind ja drei Schriftsteller zu finden, deren Werke ungarisch erscheinen: Robert Balogh, Márton Kalász und István Elmer. Die implizite Frage um die Sprachwahl wurde formuliert, da diese ungarischen Schriftsteller auch ungarndeutsche Themen bearbeiten. Ob nun die Sprache nur ein identitätsstärkender Faktor oder das wichtigste Merkmal der Identität sei, soll weiter diskutiert werden. Wichtig ist der positive Widerhall dieses Bandes und die Tatsache, daß im Ungarn des 21. Jahrhunderts eine deutschsprachige Literatur existiert.

A. K.

NZ 43/2008




Ifa-Kulturmanagerin Anne Südmeyer begrüßt die Teilnehmer:
Ferenc Vincze, András F. Balogh, Angela Korb und Stefan Valentin

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