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Vernissage: 23. Juli, 11.00 Uhr
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ZeiTräume - ein erlesenes VUdAK-Album



Neuerscheinung: Wittmann-Lebenswerkband "Schwarze Wolken"


Neuerscheinung: Schwarz-Szily-Wagner-Katalog "Seelenwelten"

Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler

Zum Tod von Dr. Helmut Rudolf
11.01.2008
Am 29. April 2008 würde er 80 Jahre alt sein. Diesen Geburtstag zu erleben wurde Dr. Helmut Rudolf nicht beschieden. Am letzten Tag des Jahres 2007 ist er von uns gegangen.
Dr. Rudolf hat eine bedeutende Rolle im geistigen Leben der deutschen Minderheit in Ungarn gespielt. Sensibilisiert durch seine sudetendeutsche Herkunft hat er als DDR-Lektor am Deutschen Lehrstuhl der Pädagogischen Hochschule in Fünfkirchen deutsche Märchen- und Sagensammlungen bearbeitet, Lehrbücher der Hochschule redigiert. Er war zusammen mit Béla Szende Geburtshelfer der ungarndeutschen Literatur, stellte Autoren in der deutschsprachigen Sendung von Radio Fünfkirchen vor. Er war es, der 1979 den ersten Beitrag zur Positionsbestimmung unserer Literatur verfaßte, welcher in den Arbeiten zur deutschen Philologie der Debreziner Universität erschien. Seitdem schrieb er in ungarndeutschen und deutschen Publikationen unermüdlich über die ungarndeutsche Literatur, einzelne Autoren oder einzelne Werke, verfaßte Vor- und Nachworte zu Publikationen. In den NZ-Beilagen für Literatur und Kunst „Signale" veröffentlichte Rudolf regelmäßig seine Gedanken zu Fragen der Literatur. Besonders hilfreich war seine Mitwirkung bei den Werkstattgesprächen der ungarndeutschen Schriftsteller und Dichter, die er gern in Fragen der schöpferischen Arbeit beriet.
Er hielt Vorträge an den Universitäten Wesprim und Fünfkirchen, bei Seminaren für Deutschlehrer und tat sehr viel für die Verbreitung der literarischen Werke. Am 14. April 2004 konnte er im Ministerium für das Nationale Kulturerbe in Budapest für seine jahrzehntelange erfolgreiche Tätigkeit im Interesse der Schaffung und Förderung der ungarndeutschen Gegenwartsliteratur die Auszeichnung Pro Cultura Hungarica übernehmen. Vizestaatssekretärin Márta Schneider unterstrich damals in ihrer Laudatio: „Aus zwei heute nicht mehr existierenden Staaten mußten Sie, der Mann der Wissenschaft, flüchten, um jene Freiheit zu finden, die die Philologie bietet. Vielleicht ist es kein Zufall, daß Sie in der inneren Perspektive der belletristischen Texte, in der Anforderung nach Authentizität, nach getreuer Repräsentation der winzigen Wörter, der kleinsten Schriftzeichen und im untertänigsten Dienst am wissenschaftlichen Denken den wichtigsten Gehalt Ihres Lebens gefunden haben. Die Kultur sucht Menschen, um sie an sich zu ziehen und sie nach ihrem Angesicht zu formen. Sie erreicht uns langsam, auf der Ebene der Wörter, und was sie uns gibt, darüber können wir uns nur freuen. Wen das Schicksal besonders lieb hat, der kann auch anderen helfen, den Wert zu erkennen, den er entdeckt hat, und der zu seinem Bestandteil geworden ist... Dr. Helmut Rudolf, Sie haben uns gelehrt, daß es sich lohnt, das Tor der Welt der Werte zu durchschreiten."
Für seine Verdienste um die ungarndeutsche Literatur erhielt Dr. Rudolf 1995 den Lenau-Preis des Fünfkirchner Lenau-Vereins.

NZ 2/2008

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