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Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler

„Sprache als tägliche Nahrung" Ungarndeutsche Autoren lesen im HdU
01.02.2007
Sprache ist Kommunikationsmittel und dient der Verständigung. Sprache könne aber auch Geborgenheit sein, so der Germanist András F. Balogh, der am 1. Feber eine Autorenlesung im Haus der Ungarndeutschen in Budapest moderierte. Zu Gast waren drei ungarndeutsche Schriftsteller der jüngeren Generation, die einige ihrer Werke vortrugen. Mit ihrer Tätigkeit wollen sie zum Erhalt ihrer deutschen Muttersprache in Ungarn und damit auch zum Erhalt ungarndeutscher Literatur beitragen.
Der aus Fünfkirchen stammende Robert Becker spielt in seinen kurzen Gedichtversen auf hohem Niveau mit der Sprache. Er freue sich über die noch immer starke Präsenz der deutschen Sprache in seiner Familie. Deutsch zu sprechen sei ihm ein Bedürfnis wie zu essen oder zu trinken. So äußerte er vor dem Hintergrund der voranschreitenden Assimilation die Hoffnung, daß die Mundart noch ein bißchen Zukunft hat. Stefan Valentin kommt aus Schorokschar, wo die Assimilation bereits vor dem Zweiten Weltkrieg dominant war. Seine Prosatexte sind oft gesellschafts- und systemkritisch. In seinem Text „Mein Europatraum" prangert er etwa den Werteverfall in der heutigen Zeit an, in „Demokratie auf unsere Art" zeigt er Mängel im demokratischen System auf. Koloman Brenners Prosa kommt mit einem hohen Sprachbewußtsein daher. Als Linguist an der ELTE Universität in Budapest weiß er sein Sprachverständnis in die Literatur zu integrieren. Inhaltlich steht in den Gedichten des aus Ödenburg stammenden Sprachwissenschaftlers oft die urbane Darstellung des Menschen im Vordergrund.
Alle drei Autoren nutzen trotz ihres Bekenntnisses zur Mundart Standarddeutsch als „Werkzeug" zur Verfassung ihrer Literatur. Brenner machte jedoch deutlich, daß die erste Muttersprache nur der Dialekt sein könne, während die zweite Muttersprache die Hochsprache mit regionaler Einfärbung sei. Die Autoren waren sich einig, daß sich die ungarndeutsche Literatur nicht verstecken müsse. Auch wenn die Qualität der Nischenliteratur weitgehend als gut bezeichnet werden kann, mangelt es an einem breiteren Publikum. Tradition, Assimilation, Situation der Muttersprache - typische Themen ungarndeutscher Literatur werden immer mehr von modernen Themen abgelöst. Während für frühere Generationen das Schreiben eher geschichtliche Aufarbeitung war, versteht sich die heutige Autorengeneration in erster Linie als zeitgenössisch. Trotzdem kooperiert man: „Die jüngere Generation wird von der älteren respektiert und auch die Zusammenarbeit funktioniert gut", so Robert Becker.
A. B.

NZ 7/2007



Stefan Valentin und Koloman Brenner




Robert Becker und András F. Balogh

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