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Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler

Schon jenseits des Märchenmeers
15.03.2006
Gibt es eine dichterische Entwicklung? Wenn man Poesie als eine Momentaufnahme von langdauernden inneren Prozessen deutet, dann ist in der Kontinuität der Zeit wohl selbstverständlich, daß der Begriff Entwicklung nicht fehl am Platz ist. Betrachtet man die altersbedingten Stationen eines Dichterlebens, erhält man dieselbe Antwort. Vielleicht betrifft diese Entwicklung nicht unbedingt die Gedichtformen oder die künstlerischen Mittel schlechthin.
Die Gedichte von Béla Bayer* hinterlassen in einem die Spuren einer abgeklärten, fast vollendeten Entwicklungsphase. Seine Bilder sind einfach, verständlich, „ohne Zauber und nichtige Magie". Durch die manchmal düsteren Adjektive dringt die „Hirsch-Seele" des Dichters durch, der erkennt, daß die Rolle des Auserwählten vielleicht nur darin besteht, selbst ein Zeichen zu werden. Der Titel des Gedichtbandes, „Resümee", deutet ebenfalls auf die Abschlußphase oder eher auf den Abschluß einer Phase des Navigierens auf inneren Landkarten hin. Die intertextuellen Bezüge aus der Bibel, die an manchen Stellen an Rilke erinnernden Stimmungen und Wortgefüge bezeugen, daß der Dichter sich längst jenseits des Märchenmeers befindet.
Der Prosaband** mit dem Titel Herausforderungen von Béla Bayer ist ebenfalls in diesem Jahr erschienen und enthält Kurzerzählungen, in deren Mittelpunkt menschliche Schicksale und Begegnungen auf Schauplätzen quer durch die Welt stehen. Liebesgeschichten, zufällige Treffen in der arabischen Wüste, auf der Insel Kuba, in einem Krankenhaus - Situationen des Alltags, bei denen oft merkwürdige Hintergründe zu finden wären, würde sich jemand die Zeit nehmen, sie niederzuschreiben. Ob die von Béla Bayer erzählten Geschichten tatsächlich geschehen sind? Ob die Namen der Figuren, die Orte, die Umstände der Wahrheit entsprechen? Die Fragen dieser Art sind im Bereich des Imaginären nicht berechtigt. In Bayers Prosaband findet der Leser keine Fragen, jedoch auch keine konkreten Antworten. Die beiden Bände sind aber von der Reife und Abgeklärtheit dichterischen Daseins durchdrungen, mit deren Hilfe der Autor die sich selbst gestellten Herausforderungen lyrisch und episch meistern konnte.

Karl B. Szabó

*Béla Bayer: Resümee. Geograph Verlag. Homburg 2006., 63 S.
**Béla Bayer: Herausforderungen. Geograph Verlag. Homburg, 2006., 143 S.

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