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Railes erster Fall
15.09.2006
Kriminalerzählungen gehören wohl zu der „leichteren" Literatur, jedoch viele Literaten versuchen sich in diesem Genre, da diese Art von Literatur nicht nur die Phantasie und Logik des Leser, sondern auch die des Autors auf die Probe stellt. Mit dem Namen von Stefan Raile verknüpft man nicht unbedingt Detektivromane. Nach seinem im Jahre 2004 veröffentlichten Roman „Die Melone im Brunnen" und dem 2005 erschienenen Erzählungsband „Im Staube der Jahre" meldete sich der Autor heuer mit einer spannenden Kriminalerzählung*, die in Deutschland nach der Wende spielt.
Detektivromane sind zu entschlüsseln in zweifachem Sinn. Erstens gilt es, den Verbrecher beziehungsweise Mörder zu finden, indem man dem Gedankengang des Autors oder der in die Angelegenheit verwickelten Figuren folgt und mit scharfer Logik - selbst den Detektiv spielend - auf die Lösung der Straftat kommt. Andererseits ist eine spannende Frage, warum ein Autor sich wohl zu dieser Gattung entscheidet. Wie es sich gehört, wird der Täter in Mandroks erstem Fall auch gefunden. Ein Mädchen wird unter geheimnisvollen Umständen schwer verletzt, und es muß geklärt werden, wie es dazu kam. Während der Ermittlung werden die komplizierten Beziehungen unter einigen Jugendlichen aufgeklärt, Motivationen entdeckt und ausgeschlossen, bis der Täter schließlich gefunden wird. Es wäre unverschämt, über die Handlung mehr zu erzählen - schließlich handelt es sich um eine Detektivgeschichte.
Die zweite Frage - warum wohl Raile sich zu diesem Genre entschieden hat - kann man zweierlei beantworten. Vielleicht wollte sich der Autor wirklich nur auch auf diesem Gebiet der Literatur erproben, zur eigenen Unterhaltung die eigene Logik und Phantasie testen. Es kann jedoch auch sein, daß er die eigenen Erfahrungen nach der politischen Wende in Deutschland auf dieser Weise zu schildern beabsichtigte. Man erfährt nämlich durch die Handlung vieles vom Leben der Jugendlichen und anderen Gesellschaftsschichten. Auf dem Scheideweg zwischen Schule und Beruf bewegen sich die Hauptfiguren der Erzählung, im Spannungsfeld zwischen leicht erworbenem Geld und mühsam erarbeitetem Erfolg. Raile schildert den Fall mit den klassischen Mitteln der Detektivgeschichten und hält den Leser bis zur letzten Seite in Unsicherheit, was den Ausgang der Geschichte betrifft. Schließlich lösen sowohl der Detektiv als auch der Autor ihre Aufgaben. Somit gilt nicht nur Mandroks, sondern auch Railes erster Fall als abgeschlossen.

Karl B. Szabó

Stefan Raile: Mandroks erster Fall. Docu-point Verlag, Magdeburg, 2006, S. 107

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